MARIANNE PLETSCHER

    

Einmal vergewaltigt, mehrfach gedemütigt

Schweiz 1982, Video, Farbe, min.

Einmal vergewaltigt, mehrfach gedemütigt_1 

Ein berührender und aufrüttender Film über Vergewaltigungen in der Schweiz. Anlass dazu gab die Veröffentlichung des Berichts der Eidgenössische Kommission für Frauenfragen über Gewalt gegen Frauen. Drei vergewaltigte Frauen und ein Vergewaltiger erzählen.Deutlich wird auch gezeigt, wie Verhöre bei Polizei und Gericht eine erneute Demütigung darstellen. Ein halbes Jahr nach dem Film folgte auf Grund der vielen Reaktionen eine Radiosendung zum Thema mit Marianne Pletscher. Ebenfall folgten verschiedene Vorstösse in kantonalen Parlamenten.

Dieser Film ist für Marianne Pletschers Filmografie wichtig, ist er doch einer der Filme, die den Übergang von der Reportage zum Dokumentarfilm markieren und zeigen, wie sie selbst in politischen Magazinen immer versucht hat, dokumentarisch zu arbeiten.

Er markiert auch den Beginn einer Diskussion über Vergewaltigungen in der Schweiz, die lange eingeschlafen war und die nach der Me-Too-Debatte einen neuen Aufschwung genommen hat.

Auf rechtlicher Ebene hat sich viel verbessert, aber die Gewalt gegen Frauen ist noch längst nicht Geschichte. Für Diskussionen mit dem Film steht die Autorin nach wie vor zur Verfügung. Ausschnitte des Films wurden 2021 im Schweizer Landesmuseum gezeigt.

RegieMarianne Pletscher
DrehbuchMarianne Pletscher
KameraErnst Studer
TonUeli Schärer
SchnittJaqueline Engeli
MitarbeitGrafik Jürg Grüninger
Verkauf DVD/Video▶ Aus Datenschutzgründen stellt SRF diesen Film nicht online. Für Forschung, Schulen etc. ist er einsehbar via:
für schulische Zwecke
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Postfach, CH-8052  archiv@srf.ch
Schulen / für kommerzielle Zwecke
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Fernsehstrasse 1-4, CH-8052  telepool@telepool.ch
+41 44 305 69 69 – Fax: +41 44 305 69 70
Information
Marianne Pletscher
info@mariannepletscher.ch
ProduktionSchweizer Fernsehen SRF
WeltrechteTelepool GmbH Filmvertrieb
Fernsehstrasse 1-4, 8052 Zürich
Tel.+41 44 305 69 69 – Fax +41 44 305 69 70
telepool@telepool.ch
TV-AusstrahlungenErstmals 6.7.1982 im Schweizer Fernsehen SRF, später im Fernsehen der italienischen und der französischen Schweiz

Pressezitate

"Wut, Schmerz, Angst und Scham schnürten mir die Kehle zu. Ich hatte nur einen Gedanken: mein Gott, lass es bald vorbei sein". (ein Opfer, zitiert im "Tele").

"Für ihren Film hat Marianne Pletscher 45 Frauen interviewt - 45 Verbrechen, 45 Alpträume (TR7).
"Von manchen Filmen denke ich, man sollte sie am Fernsehen täglich wiederholen"
(Leserbrief Tagesanzeiger(

Pressestimmen

...Gewalt gegen Frauen ist gewiss kein neues Phänomen, neu jedoch ist, dass das Gespräch darüber zunehmend offener stattfindet. Die wirksamste Art, das Thema anzugehen, ist dabei gewiss jener sachliche, weder auf Sensation noch auf Männerfeindlichkeit ausgerichtete Ton, in dem Marianne Pletschers Film gehalten ist. Nach dem Gespräch mit mehr als fünfzig vergewaltigten Frauen und etwa zehn wegen Vergewaltigung verurteilten Männern hat die Autorin drei exemplarische Fälle herausgegriffen und auch einen Wiederholungstäter zur Darstellung seines Standpunktes bewegen können. (NZZ)

...Was mir an diesem Abend nebst dem stillen Film von Marianne Pletscher ebensoviel zu denken gab, war das Programmumfeld. Dem Film ging nämlich ein Krimi voraus. Da erpressert ein älterer, verm,ögender Mann eine durch tragische Umstände belastete Familie, die ihm die etwa 18jährige Tochter ins Haus liefert und selbstverständlich ins Bett. Genau diese selbstverständlichkeit, mit der wir, das Publikum solche Fernsehkost konsumieren zeigt, wie wenig für für das echte Problem sensibilisiert sind. Der eindringliche Film und sein Anliegen verdienen es, zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt zu werden (Eva Christen, Tagesanzeiger).

Viele weitere Kritiken und auch ZuschauerInnenreaktionen können bei Marianne Pletscher eingesehen werden. Es gab natürlich auch obszöne Reaktionen, wie wir sie heute in den sozialen Medien erleben.

Auch die Akten der Fälle stehen zur Verfügung