MARIANNE PLETSCHER


Dein Schmerz ist auch mein Schmerz

Wenn Angehörige sich das Leben nehmen

Schweiz 2011, Video, Farbe, 50 min.

Dein Schmerz ist auch mein Schmerz 

Wenn ein geliebter Mensch sich das Leben nimmt, bricht für die Angehörigen eine Welt zusammen. Das war auch für die Dokumentarfilmerin Marianne Pletscher so. In ihrem Film porträtiert sie Menschen, die einen Partner oder ein Kind verloren haben.

Einen nahen Angehörigen durch Suizid – vor allem unerwarteten Suizid – zu verlieren, ist etwas vom Schmerzlichsten und Verwirrendsten, was einem Menschen überhaupt passieren kann. Zur Trauer, zur Verzweiflung und zum plötzlichen Verlust der geliebten Person kommen Schuldgefühle, Scham und oftmals auch Wut. Viele Angehörige leiden jahrelang, und die Frage «warum» lässt sie nie los.

Die Dokumentarfilmerin Marianne Pletscher ist selbst Betroffene: sie hat vor über drei Jahren ihren Partner verloren. Nach zweieinhalb intensiven Trauerjahren beschloss sie, sich filmisch mit dem Thema zu beschäftigen. Sie wollte vor allem aufzeigen, was eine Selbsttötung für die Zurückbleibenden bedeutet und wie schwierig es für diese ist, sich aus dem Schock und dem Chaos, das sie erleben, wieder zu lösen. Es folgte eine intensive Recherchezeit, in der sie mit über 30 Betroffenen sprach.

Marianne Pletscher schildert in ihrem Film die eigene Auseinandersetzung mit der unerklärlichen Tat ihres Partners, ihre Begegnungen mit vier Frauen, die ihre Partner verloren haben, sowie einem Suizidforscher und Psychiater. Von jeder und jedem hat sie etwas gelernt, das ihr half, das traumatische Ereignis besser zu verarbeiten. Zwischen den Betroffenen entstand eine grosse Nähe, die im Film gut spürbar ist. Der Beitrag ist, gerade weil er eine so persönliche Machart hat, sehr intensiv und sehr berührend. Er zeigt neben traurigen Momenten auch auf, dass es trotz allem Schmerz gelingen kann, dem Leben wieder einen Sinn zu geben.

RegieMarianne Pletscher
DrehbuchMarianne Pletscher
KameraPeter Ramseier
TonPeter Conrad, Ruedi Guyer
SchnittPamela Myson
MusikJörg Schneider
MitarbeitMischung Esther Heeb
Dauer50 min.
Verkauf DVD/VideoSF-Shop  [Bestellen]
ProduktionDOK, Schweizer Fernsehen SF
WeltrechteTelepool, Schweizer Fernsehen SF, Postfach, 8052 Zürich Tel +41 44 305 69 69 telepool@telepool.ch
Verleih SchweizInfo:
Marianne Pletscher, Hardturmstrasse 301, 8005 Zürich
Tel. +41 044 271 88 83 / +41 79 654 59 14
E-mail: info@mariannepletscher.chMitteilung sendenwww.mariannepletscher.ch
Verleih internationalTelepool, Schweizer Fernsehen SF, Postfach, 8052 Zürich Tel +41 44 305 69 69 telepool@telepool.ch
FestivalsVorführung KinoLuna-Centro de mujeres Barcelona in der englischen Version

Filmfestival Havanna in der spanischen Version geplant
TV-Ausstrahlungen24. Februar 2011, 20.00 DOK auf SF 1 mit 3 Wiederholungen, 3sat 1. und 8.12.2011

Pressezitate

Trotz oder gerade wegen des tra­gischen Hintergrundes zeigt sich Marianne Pletscher einmal mehr auf der Höhe ihrer Kunst. Einfühlsam – oft nur mit geduldigen Pausen oder einem Stichwort im richtigen Moment – bringt sie die Menschen zum Reden, ohne sie voyeuristisch auszustellen. Auch filmisch – man achte etwa auf metaphorische Bilder, wie sie Stimmun­gen verstärken – ist es eine wunderbare Arbeit. (Schaffhauser Nachrichten)
Wer das Wagnis eingeht, diesen Film anzusehen, wird sich tief berühren lassen müssen und darf sich gleichzeitig auf Erlösung verlassen (Quartierecho)
Es ist auch ein Entwicklungsfilm, die Schicksale der interviewten Menschen entwickeln sich vom Moment des Chaos, der Verzweiflung, der Trauer, die einen den Verstand raubt, über die Sinnsuche zum symbolischen Segelboot, das wieder Wind in den Segeln hat und auf dem Lebenswasser ruhig und kraftvoll dahingleitet. Es sitzt jetzt nur noch Marianne im Boot, aber diese Frau sitzt am Steuer und hat ein Lächeln auf dem Gesicht. Sie trägt den Skipper in ihrem Herzen und sie hat gelernt zu leben, was er ihr zum Abschied gesagt hat: „Ich liebe Dich, sei nicht traurig, Werner“. (Seniorenweb)

A pesar de, o precisamente por el trágico trasfondo, Marianne Pletscher se muestra una vez más en la cumbre de su arte. Comprensivamente - frecuentemente sólo con pacientes pausas o con una palabra clave en el momento justo - logra que la gente hable, sin exponerla de manera voyeurista.
También cinematográficamente - observemos por ejemplo las imágenes metafóricas, como ellas intensifican el ambiente de la pelicula-es un trabajo maravilloso. (Schaffhauser Nachrichten)
El que se atreva a mirar esta película, tendrá que dejarse tocar profundamente y puede al mismo tiempo contar con el alivio.
Es también una película con mucho desarrollo, los destinos de las personas entrevistadas van cambiando del momento del caos, de la desesperación, del duelo, que nos roban la razón, pasando por la búsqueda del sentido al simbólico barco a vela, que vuelve a tener viento en sus velas y va deslizándose tranquilamente y lleno de fuerza por las aguas de la vida. En el barco sólo queda ahora Marianne, pero esta mujer conduce el timón con una sonrisa en el rostro. Ella lleva al patrón en su corazón y aprendió a vivir de acuerdo a lo que él le dijo en su despedida: "Te quiero, no estés triste. Werner". (Seniorenweb)